Gastblog: Sam Perry & Marco
„No Foot, No Horse – Der Weg zu gesunden, ausgewogenen Hufen“
Einleitung
Als Reiterinnen und Reiter kennen wir alle das alte Sprichwort: „No Foot, No Horse.“ Dahinter steckt eine einfache, aber zentrale Wahrheit: Die Basis für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden eines Pferdes liegt in seinen Hufen.
In diesem Beitrag möchte ich meine Erfahrungen rund um das Thema Hufbalance teilen – und euch mitnehmen auf meine persönliche Reise mit meinem Pferd Marco.
Das ist Marco
Marco ist ein beeindruckender, in Belgien gezogener Warmblüter mit einem Stockmaß von etwa 1,73 m. Er wurde Ende Juli geboren und ist inzwischen 11 Jahre alt. Mit seinem kräftigen Körperbau entspricht er dem klassischen Bild eines stabilen, gut ausbalancierten Pferdes.
Allerdings neigt Marco dazu, sich stark auf die Vorhand zu legen. Gleichzeitig bringt er viel Energie und einen ausgeprägten Arbeitswillen mit – er ist ein echtes Power-Pferd mit großer Motivation.
Unser Schwerpunkt liegt in der Dressur, ergänzt durch Stangenarbeit und gelegentliche Sprungeinheiten. Ich gebe zu: Für Letzteres brauche ich manchmal ein bisschen Mut. In unserer Woche stehen in der Regel drei Trainingstage auf dem Platz sowie entspannte Ausritte auf dem Programm. Zusätzlich nutzen wir regelmäßig das Wasserlaufband bei Brook Farm Therapy.
Fütterung & Management
Marcos Fütterung ist bewusst einfach gehalten und auf seinen „leichtfuttrigen“ Typ abgestimmt. Er kommt sehr gut mit Gras zurecht, wann immer es verfügbar ist.
Sein täglicher Futterplan sieht so aus:
Morgens: 1 Messlöffel Dengie Hifi Senior
Abends: 6 Cups Boz Merix Balancer aus der professionellen Hestevard-Linie
Gesundheitscheck – wie beim TÜV
Um sicherzugehen, dass Marco langfristig gesund und leistungsfähig bleibt, habe ich ihn meinem Tierarzt Ben Payne von Essex & Suffolk Equine vorgestellt.
Wir haben ihn quasi einem „TÜV“ unterzogen – ähnlich wie bei einem Oldtimer, bei dem jedes Detail stimmen muss.
Zur Untersuchung gehörten unter anderem:
- Vortraben mit Beugeproben vorne und hinten
- Longieren auf hartem und weichem Boden
- Abtasten des Rückens auf Schmerzreaktionen
- Röntgenaufnahmen von Knie, Sprunggelenken sowie Vorder- und Hinterhufen
Das Ergebnis
Zum Glück gab es keine gravierenden Befunde – Marco hat den „TÜV“ mit Bravour bestanden. Trotzdem wollten wir gezielt in seine Zukunft investieren und haben uns seine Hufe genauer angesehen.
Auf den Röntgenbildern wurde deutlich, dass eine Unbalance in der Hufstellung vorlag. Die Huf-Fessel-Achse war nach hinten gebrochen, die Gewichtsverteilung nicht optimal. Der Huf zeigte zu viel Zehe, zu wenig Trachtenhöhe und war insgesamt zu flach.
Der Plan
Gemeinsam mit meinem Tierarzt und dem Schmied haben wir einen klaren Plan entwickelt.
Im Sommer wird Marco alle vier Wochen beschlagen, da sein Hufwachstum sehr stark ist und die Balance sonst schnell verloren geht.
Vorübergehend werden spezielle Eisen (Bar-Shoes) eingesetzt, um die Trachten zu unterstützen und den Huf wieder in ein besseres Gleichgewicht zu bringen. Wichtig war uns dabei von Anfang an: Das ist keine Dauerlösung, sondern eine gezielte Maßnahme zur Korrektur.
Zusätzlich wurden die Hufgelenke behandelt, um Entzündungen zu reduzieren, die durch die Fehlbelastung entstanden sind.
Unterstützung der Gelenke
Zur weiteren Unterstützung bekommt Marco Boz Merix – ein bewährtes Ergänzungsfuttermittel mit entzündungshemmenden Eigenschaften, das für Pferde jeden Alters geeignet ist.
Ich habe seit der Fütterung deutliche Verbesserungen festgestellt: Seine Bewegungsqualität hat sich spürbar verbessert, seine Haltung ist stabiler geworden und insgesamt wirkt er ausgeglichener.
Ein weiterer Vorteil: Das Produkt ist FEI-konform und kann problemlos im Turniersport eingesetzt werden.
Fazit
Wichtig ist: Pferde zeigen nicht immer sofort Lahmheit oder Schmerzen – trotzdem können kleine Dysbalancen bereits Auswirkungen haben.
Deshalb lohnt es sich, frühzeitig hinzuschauen und vorausschauend zu handeln. Man kann es ein bisschen mit einem Oldtimer vergleichen: Regelmäßige Pflege und kleine „Wartungsarbeiten“ machen einen großen Unterschied.
Denn eines bleibt immer wahr: „No Foot, No Horse.“
Vielen Dank an Sam Perry für diesen spannenden Einblick in die Entwicklung mit ihrem Pferd Marco. Wir freuen uns darauf, Marcos Fortschritte weiter zu begleiten.
Zur Einordnung: Marcos Tierarzt ist Ben Payne (BVSc MRCVS) von Essex & Suffolk Equine.